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tierisch stark

Das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Hochtaunuskreis (ZJS) hat seit April 2010 ein neues Angebot und versucht dem erhöhten Risiko Kinder suchtkranker Eltern mit dem Projekt „tierisch stark“ etwas entgegen zu setzen. Zu Beginn des Jahres 2010 stellte sich in einer Umfrage des ZJS heraus, dass alleine in den ersten drei Monaten insgesamt 88 Kinder und Jugendliche von der Suchtproblematik der Elternteile, die die Beratungsstelle aufgesucht haben, mit betroffen waren.

Das Risiko für ein Kind aus einer suchtbelasteten Familie, selbst suchtkrank zu werden, ist im Vergleich zu Kindern aus unbelasteten Familien 6 bis 8 Mal so hoch.

In Deutschland wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahre, die einen Elternteil mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit oder –missbrauch haben, auf ca. 2,6 Millionen geschätzt. Die Zahl der Kinder, dessen Eltern drogenabhängig sind, wird auf 40.000 – 50.000 geschätzt, ein beachtlicher Teil davon ist im Vorschul- und Grundschulalter. Wie viele Kinder von der elterlichen Abhängigkeit in den Bereichen Spielsucht, Medikamente und Cannabis betroffen sind, kann nicht genau geschätzt werden.

In einer suchtkranken Familie dreht sich in der Regel alles um den Suchtkranken, selten werden die Bedürfnisse der Kinder wirklich wahrgenommen. „Das mit den Kindern läuft schon!“, hören die Berater oft in den Gesprächen mit den Eltern, aber manchmal auch: „Ich weiß mir mit meinem Kind nicht mehr zu helfen!“

In dem neuen Projekt stehen die Kinder selbst im Mittelpunkt und erhalten eine individuelle Förderung. Der Einsatz von Tieren bietet die Möglichkeit, dass die Kinder sich selbst nicht als „krank“ oder als „Problem“ ansehen. Sie können etwas tun, das einerseits Spaß macht und andererseits mit sehr viel sozialer Anerkennung verbunden ist. Stolz gehen die Kinder eben nicht zu einer „Förderstunde“ sondern zum „Reiten“! Kinder sind über Tiere fast immer zu begeistern. Manche Kinder gehen nicht gerne spazieren oder bewegen sich nicht gerne. Können diese Kinder aber z.B. einen Hund beim Spaziergang an der Leine führen, ist keine Strecke zu weit und kein Tempo zu schnell für sie. Der Umgang mit den Tieren in der Natur bringt ihnen viele neue Eindrücke, ist von schönen Erlebnissen und Unbeschwertheit geprägt. Genau das ist es, was diesen Kindern oft fehlt um sich besser wahrnehmen und entwickeln zu können.

Ben, der Therapiehund

Ben, der Therapiehund

Tiere bieten zudem viel Verlässlichkeit, ihre Reaktionen sind vorhersehbar. Dies ist ein wichtiger Aspekt für die Arbeit mit Kindern suchtkranker Eltern, da die Kinder sehr unter der Unberechenbarkeit der Reaktionen ihrer Eltern leiden. Ebenso wichtig für die Kinder ist, dass Tiere keine doppelten Botschaften senden, sie sind in ihrer Aussage eindeutig. Im Umgang mit Tieren können die Kinder und Jugendliche auch erfahren, wie sie auf andere wirken. Tiere spiegeln das eigene Verhalten immer direkt. Eine Veränderung im eigenen Verhalten kann somit auch schnell wahrgenommen werden. Auf Kinder mit allgemein wenig Frustrationstoleranz wirkt das sehr motivierend und fördert ihr Selbstbewusstsein.

„Die Kinder dieser Zeit, sind die Erwachsenen von morgen. Das was wir heute in sie investieren, bekommen wir morgen doppelt zurück.
Helfen sie mit die Schwächsten in unserer Gesellschaft, unsere Kinder, zu stärken und zu fördern und unterstützen sie die Menschen, die sich engagieren um unsere Gesellschaft ein wenig humaner zu machen.“

Unterstützen Sie tierisch stark

Wenn Sie dieses Projekt auch unterstützen wollen, finden Sie hier die Kontaktdaten:

Ansprechpartner: Brigitte Rieth, Dipl.-Sozialpädagogin und Reittherapeutin

Projektname: "tierisch stark"

E-Mail: zjshtk-kinderprojekt@jj-ev.de

Telefon: 06172-60080 oder 06172-600814